Wieviel Bewegung braucht mein Hund?

Jeder Hund braucht Auslauf und Bewegung: Aber wie viel? Grundsätzlich lässt sich die Frage nur in Abhängigkeit von Alter, Gesundheitszustand und Rasse des Hundes (bzw. Rassen des Mischlings) klären.  Von den Aufgaben, für die eine Hunderasse ursprünglich gezüchtet wurde, kann man Rückschlüsse auf das Bedürfnis nach Bewegung des Vierbeiners ziehen. Aber auch hier ist zu beachten: Ausnahmen bestätigen die Regel. Das Bewegungsbedürfnis ist auch ganz individuell von der Hundepersönlichkeit abhängig. Aber ein paar Faustregeln möchte ich speziell Ersthundbesitzern mit auf den Weg geben.

Ein müder Hund ist ein glücklicher Hund. (wenn artgerecht bewegt und beschäftigt)

Regelmäßige Beschäftigung und Bewegung ist nicht nur für die Fitness und die Gesundheit deines Vierbeiners wichtig. Beschäftigung und Bewegung ist wie ein Ventil, das deinem Hund erlaubt überschüssige Energien abzubauen. Oftmals resultieren unerwünschte Verhaltensweisen des Hundes aus Langeweile und andauernde Unterforderung. Beschäftigung und Bewegung können oftmals helfen diese unerwünschten Verhaltensweisen abzubauen, indem die Energien des Hundes in andere Bahnen gelenkt werden.

Wieviel Bewegung braucht mein Welpe?

Welpen befinden sich noch im Wachstum und haben dementsprechend noch sehr weiche und instabile Knochen, Bänder, Sehnen und Gelenke. Ihr Bewegungsapparat ist noch nicht darauf ausgelegt, große Strecken zurückzulegen. Wird der Welpe längerfristig allzu großen körperlichen Belastungen ausgesetzt, könnten Spätfolgen auftreten.

Faustregel: 5 Minuten Gehzeit pro Lebensmonat des Welpen.

Ist der Welpe 16 Wochen (4 Monate alt) sollte der er tatsächlich nur maximal 20 Minuten am Stück spazieren geführt werden.

Es ist für die Entwicklung des Welpen wichtig mit vielen Umgebungen, Situationen usw. in Kontakt zu kommen, damit sich der Welpe daran gewöhnen kann und die Wahrscheinlichkeit, dass er später Angst in diesen Umgebungen und Situationen entwickelt, möglichst gering ist.

Deshalb gebe ich dir folgende Tipps:

Fahre öfters mit dem Auto zu Orten die außerhalb der Spazierzeit-Reichweite liegen oder trage den Welpen. Mache während des Spaziergangs einige Pausen, damit du mehr Zeit mit deinem Welpen draußen verbringen kannst.

Je größer der Hund, umso mehr Bewegung?

Viele Menschen denken, dass die Größe des Hundes in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bewegungsbedürfnisses des Hundes steht. Das stimmt natürlich nicht!

Jack Russels haben kurze Beine, sind aber sehr lebhafte, aktive und temperamentvolle Jagdhunde, welche viel Bewegung  und eine Aufgabe benötigen. Für sie reichen zwei Stunden ruhiges, gemütliches Spazierengehen am Tag meist nicht aus. Sie lieben oftmals sehr temporeiche Bewegung und auslastende körperliche sowie geistige Beschäftigungen.

Andererseits wäre da auch noch der Chihuahua mit kurzen Beinen. Falsch ist, zu glauben, dass für diese Hunde eine kleine Runde um den Block mehrmals am Tag ausreichend ist. Richtig ist jedoch, dass Chihuahuas nicht die besten Jogging-Begleiter oder Rad-Begleiter darstellen. Hier sind eher längere aber dafür ruhigere Spaziergänge angesagt.

Grundsätzlich ist also zu sagen, dass es Energiebündel sowohl Faulpelze in jeder Größe gibt.

Die optimale Bewegungsdauer pro Tag eines Hundes ist bei den verschiedenen Hunderassen sehr ähnlich, jedoch nicht das Tempo und das Maß an Beschäftigung während des Spaziergangs. Terrier, Hütehunde, Laufhunde und einige Jagdhunde lieben das Tempo und brauchen ein hohes Maß an Kopfarbeit um glücklich zu sein.

Zwerghunde brauchen ebenfalls lange Spaziergänge, jedoch kann das Tempo ruhig auch mal gemütlich sein (genauso wie bei meiner Retriever-Mischlingsdame ;-).

Ebenso bei kurzköpfigen (brachycephale) Rassen sollte das Tempo gering gehalten werden (Hetzspiele eher vermeiden oder kurz halten), da die kurze Schnauze und der kurze Kopf einem stundenlangem Ausdauertraining hinderlich sind und Atembeschwerden und Überhitzung hervorrufen können.

FAUSTREGEL: Erwachsene (nicht alte), gesunde Tiere brauchen mindestens 2 volle Stunden Auslauf und Bewegung am Tag.

Gehst du mit deinem Hund sonntags stundenlang Bergwandern, hat sich der Hund jedoch montags auch mal einen Faulenzertag verdient 😉 Anstatt stundenlangem Spazierengehen genügen da auch mal kleine Leckerlisuchspiele für den Kopf und kleine Gassi-Runden.

Viel Spaß bei den Spazierrunden wünscht
Sigrid Amon von der love your dog Hundeschule in Ardagger!