Wieviel Schlaf braucht der Hund?

Hunde sind wie Katzen. Sie brauchen genau so viel Schlaf. Sie sind sich genetisch sehr ähnlich. Nur ziehen sich Katzen – selbstständig wie sie sind – zurück, wenn sie Ruhe brauchen. Hunde tun das oft nicht. Das Erkennen des Hundes seines Ruhebedürfnisses ist noch angeboren. Das Beharren darauf nicht mehr. Unsere Hunde wurden dazu gezüchtet, stets einsatzbereit und willig zu sein. Sehr deutlich ist dies bei den logischerweise am meist vorkommenden Rassen: Golden Retriever, Jack Russell Terrier, Deutscher Schäferhund, Border Collie, etc. Diese Hunde sagen selten: “Ich will heute nicht mitmachen.” Mit der Förderung dieser “Ich bin dabei”-Eigenschaft hat sich der Mensch einen Gefallen getan – und auch wieder nicht.

Das Ruhebedürfnis von Menschen und dessen Unterschreitung wurde erst an Mäusen, dann an Hunden und schließlich an Menschen untersucht. Alle zeigten ähnliche Ergebnisse:

Im ersten Stadium des Schlafentzugs wurden die Hunde überdreht.

Im Zweiten unkonzentriert, grobmotorisch und fahrig.

Im Dritten nervös und schnell reizbar.

Im Vierten aggressiv und kränklich.

Im fünften Stadium erkrankten sie schwer und / oder chronisch.

Im Lauf der Trainingsjahre hat sich dabei folgendes gezeigt. Retriever-Rassen bleiben nicht allzu lange oder deutlich im Stadium der Aggression. Sie werden schneller chronisch krank, leiden zum Beispiel an Hautkrankheiten, da Schlafmangel das Immunsystem schwächt. Terrier-Rassen hingegen sind länger und auffälliger aggressiv, und fallen erst nach vergleichsweise langer Zeit in das Stadium der schweren Krankheit.

Wie viel Schlaf und Ruhe braucht also ein Hund?

Erwachsene Hunde: 17 bis 20 Stunden. Welpen, Senioren und Kranke: 20 bis 22 Stunden. Eben wie Katzen. Dazu zählt auch das gemeinsame Rumhängen vor dem Fernseher. 😉

Schlafdefizit kann von ganz vielen verschiedenen Faktoren abhängen, auch durch viel Unruhe im Haushalt. Kinder toben und machen Lärm beim Spielen, beschäftigen sich mit geräuschvollem Spielzeug, weinen usw. Außerdem können Kinder bis zu einem gewissen Alter nicht verstehen, dass der Hund ebenfalls seine Ruhe braucht und wecken ihn, weil sie ihn streichen wollen, knuddeln ihn fest oder nehmen den Hund am Halsband. Hier ist es ganz besonders wichtig, dass der Hund auch einen Ruheplatz abseits vom Trubel im Haus oder der Wohnung hat. Man sollte dem Hund in jedem Fall einen gemütlichen Schlafplatz in einem ruhigen, wenig benutzten Zimmer (kein Durchgangszimmer) einrichten.
Manchmal sagen Hundebesitzer, dass der Hund aber nicht von selbst so viel schläft. Wie bereits erwähnt, wurde unseren Hunden das Einhalten des natürlichen Ruhebedürfnisses abgezüchtet. Das heißt, dass wir unseren Hunden helfen sollten, sich gemütlich hinzulegen. Viele Hunde sind so daran gewöhnt, immer in action zu sein, dass wir Menschen vorerst ebenfalls zur Ruhe kommen müssen, damit der Hund sich ausruhen kann.

Schlafende Hunde soll man nicht wecken!

Deine Sigrid von der love your dog Hundeschule in Ardagger, Bezirk Amstetten